Blutegeltherapie

Die Blutegeltherapie gehört wohl mit zu den ältesten Heilmethoden der Welt. Sie ist eine „elegante“ Methode, um Blut zu verdünnen, zu „reinigen“ und Entzündungen zu lindern.

Medizinische Blutegel – ein lebendes Naturheilmittel

Die Blutegeltherapie gehört wohl mit zu den ältesten Heilmethoden der Welt. Sie findet nicht nur bei Menschen, sondern auch bei Pferden und Hunden ein therapeutisches Einsatzgebiet.

Der Biss eines Blutegels ist wie ein kleiner Aderlass. Die Blutegeltherapie ist eine „elegante“ Methode, um Blut zu verdünnen, zu „reinigen“ und Entzündungen zu lindern. Es gibt kleine Miniegel und XL-Egel. Je nach Behandlung wählt der Therapeut den passensten aus. Im vollgesogenen Zustand verdoppeln die Egel locker ihr Körpervolumen. Der Miniegel wird vorwiegend im Gesicht und an Stellen des Körpers angesetzt, die nicht von allzuviel Gewebe und Muskulatur umgeben sind.

Egel sind sehr sensibel. Wenn sie in die Praxis geliefert werden, brauchen sie erstmal frisches Wasser und Ruhe. Sie mögen kein grelles Licht, keine lauten Stimmen und keine starken Gerüche. Sie sind auch empfindlich, wenn sie ungeschickt angefasst werden und ihnen zu stark auf den Bauch gedrückt wird. Das alles kann die Behandlung mit diesem Blutegel vorerst zunichte machen.

Was ist bei einer Blutegelbehandlung zu beachten?

Bevor die Blutegel angesetzt werden, dürfen die zu behandelnden Stellen 24 Stunden nicht mit Seife, Shampoo oder einer Körperlotion in Kontakt kommen. Blutegel reagieren sehr empflindlich auf Gerüche und beißen dann evtl. nicht an.

Bei welchen Erkrankungen kann eine Blutegeltherapie helfen?

  • akute und chronische Gelenkschmerzen (z.B. Kniegelenk-, Daumensattelgelenk-, Schulter-, Hüft-, Sprunggelenkarthrosen)
  • Arthrose und Arthritis
  • alle Entzündungsvorgänge und rheumatische Erscheinungen
  • Lymphstauungen
  • Bluthochdruck (unterstützende Behandlung)
  • Krampfadern, schwere Beine
  • Sehnen– und Sehnenscheidenentzündungen (z.B. Tennisellenbogen, Golfarm)
  • Lumbago, LWS-Syndrom, Ischialgien
  • Tinnitus
  • ausgeprägte, langanhaltende Hämatome
  • Muskelverspannungen
  • Migräne, Kopfschmerzen und Nackenverspannungen
  • Wirbelsäulen– und Kreuzbeinsyndrom
  • rheumatische Erkrankungen
  • Furunkel / Karbunkel / Abszesse
  • Hämatome und Schwellungen
  • zur Blutreinigung und -erneuerung

Bitte beachten Sie nach der Behandlung:

Wie lange sollte ich mich nach einer Blutegelbehandlung schonen?

Da es nach der Behandlung zu Nachblutungen kommt, ist es ratsam, sich etwa für zwölf Stunden zu schonen. Es ist auch vorteilhaft das behandelte Körperteil wie Hand, Bein oder Ellbogen hochzulagern. Nach einer Behandlung des Kopfes oder des Rumpfes ist es ebenfalls gut, sich direkt im Anschluss auszuruhen.

Wie wirkt die Blutegeltherapie?

Die Wirkung der Blutegeltherapie liegt im Speichel der Egel.

Heilung geschieht zum Einen durch die Nachblutung. Dadurch wird die Blutfülle im Organismus herabgesetzt, was besonders für Menschen mit Bluthochdruck wichtig und hilfreich ist. Zum Anderen durch die Substanzen, die sich im Speichel der Blutegel befinden und während des Saugvorgangs in den Körper abgegeben werden. Der Speichel des Blutegels enthält etwa einhundert Substanzen, die u. a. entzündungshemmend, schmerzlindernd, durchblutungsfördernd und blutverdünnend wirken.

Durch die blutverdünnenden und lymphstrombeschleunigenden Substanzen kann in den Beinen versacktes Blut „verflüssigt“ und weitertransportiert werden. Gelenke und das umliegende Gewebe werden besser durchblutet; dadurch können Schlacken und „Gewebemüll“ ausgeschwemmt werden. Die Gelenke und ihre Umgebung werden „gesäubert“ und können anschließend über das Blut wieder besser mit Nährstoffen versorgt werden.

Eine Blutegelbehandlung kann allen Erkrankungen mit Stauungsphänomenen im Körper zugute kommen:

Wie schnell wirkt eine Blutegelbehandlung bzw. wann tritt eine Besserung ein?

In der Regel sollte man nach der ersten Behandlung innerhalb der nächsten Tage eine Besserung verspüren. Ist das nicht der Fall, ist es ratsam die Blutegeltherapie nach ein bis drei Wochen zu wiederholen.

Wie lange kann die Wirkung anhalten?

In der Regel hält die Wirkung drei bis sechs Monate an, in manchen Fällen auch bis zu einem Jahr.

Kontraindikationen für eine Behandlung mit Blutegeln:

  • Wundheilungsstörungen
  • Neigung zu Blutungen
  • überschießende Bindegewebsvermehrung
  • akute Infektionskrankheiten und Fieber
  • Bluterkrankheit
  • Blutarmut
  • Einnahme von Blutverdünnern oder quecksilberhaltigen Medikamenten
  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Magenblutung

Eventuelle Nebenwirkungen an der Bissstelle:

  • Juckreiz
  • Schwellung
  • Rötung
  • Spannungs- und / oder Wärmegefühl
  • blaue Flecke
  • langanhaltende Pigmentierung der Bissstelle
  • in Ausnahmefällen kann die Behandlung mit Blutegeln zu allergischen Reaktionen führen

Wieviel kostet ein Blutegel bzw. die Blutegeltherapie?

Ich beziehe meine Blutegel bei der Biebertaler Blutegelzucht GmbH, siehe auch www.blutegel.de. Hier kann man, je nachdem um welchen Körperbereich es geht und was das therapeutische Ziel ist, aus verschiedenen Blutegeln wählen.

Da das von Fall zu Fall verschieden ist, kann ich vorab keine genauere Berechnung anbieten. Generell beläuft sich der Preis auf 150 – 170 € insgesamt. Darin enthalten sind die Egel, die Verpackungs- und Versandpauschale, das „Rentenpaket“, Verbandsmaterial und meine Behandlung.

Wie lange bleiben die Blutegel am Körper?

Wenn die Blutegel satt sind, lassen sie von alleine los und fallen ab. D. h. desto besser durchblutet und wärmer das zu behandelnde Areal ist, desto schneller geht es. In der Regel sind es zwischen 30 und 90 min.

Ist eine Blutegeltherapie schmerzhaft?

Der Biss eines Blutegels erinnert an das Britzeln von Brennesselstichen. Es zeckt etwas an der Stelle, an der sich der Blutegel festsaugt.

Übernehmen gesetzliche Krankenkassen die Kosten einer Blutegelbehandlung?

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten einer Blutegeltherapie nicht, private Krankenkassen je nach Vertrag. Heilpraktikerzusatzversicherungen übernehmen die Kosten in der Regel.

Wieviel Blut verliert man bei einer Blutegelbehandlung?

Der Blutegel saugt bis zu 15 ml Blut ein, beim Nachbluten kommen noch einmal 20 – 40 ml Blut aus der Wunde. Bei einem „normalen“ Aderlass werden zwischen 100 – 300 ml Blut entnommen.

Wie oft kann man eine Blutegeltherapie machen?

Wenn sich nach der ersten Blutegelbehandlung kein zufriedenstellender Erfolg einstellt, sollte man nach ca. ein bis drei Wochen eine erneute Blutegelbehandlung in Erwägung ziehen. Im weiteren Verlauf setzt man erneut Egel an, wenn die Schmerzen oder die Bewegungseinschränkung wieder zunehmen. Wenn Sie gesund sind und die Blutegelbehandlung lediglich zum Entschlacken und zur Gesunderhaltung nutzen möchten, können etwa viermal jährlich Blutegel als eine Art Kur genutzt werden.

Werden die Blutegel nach dem Ansetzen getötet?

Diese Entscheidung obliegt dem Therapeuten. In Deutschland ist es aus hygienischen Gründen verboten, einen Egel öfter als einmal anzusetzen. Ich bevorzuge folgende Variante: die Egel werden an einen „Rententeich“ geschickt, an dem sie für den Rest ihres Lebens artgerecht gehalten werden.

Was kostet eine Blutegeltherapie?

Eine Blutegeltherapie Sitzung kostet ungefähr 150,00 € – 170,00 €